Neuigkeiten im Offenen Kunst und Kulturhaus

Energiewerkstatt sponsern Green Event Maßnahmen am OKH Open Air

Zwei Vereine, die ähnlich ticken

Auf den ersten Blick scheinen ein technisches Büro für erneuerbare Energie und ein offenes Kulturhaus aus unterschiedlichen Welten zu kommen. Tatsächlich verbindet die Energiewerkstatt und das OKH mehr, als man zunächst vermuten würde: Beide sind selbstverwaltete Vereine, beide setzen auf Eigeninitiative und beschäftigen sich mit der Frage, wie Zukunft in der Region gestaltet werden kann.

„Das OKH und die Energiewerkstatt ticken in vielen Punkten ähnlich“, sagt Andreas Krenn, Geschäftsführer der Energiewerkstatt. „Beide setzen sich intensiv mit Nachhaltigkeit auseinander und beide schaffen Räume für zukunftsweisende Projekte.“

Bei der Energiewerkstatt geht es um Projekte und Technologien für den Energiesektor, insbesondere im Bereich erneuerbarer Energie und Windkraft. Im OKH entstehen neue Formate in Kunst, Kultur und gesellschaftlicher Teilhabe. Die Schnittmenge liegt im sorgsamen Umgang mit Ressourcen, in der Weiterentwicklung bestehender Strukturen, im Zusammenbringen von Menschen und im Mut, neue Ideen tatsächlich umzusetzen.

Auch Jolanda de Wit, Co-Sprecherin des OKH, sieht in der Partnerschaft mehr als eine klassische Sponsoringbeziehung:

„Bei der Energiewerkstatt lag es auf der Hand, dass der Ansatz klimafreundlicher Stromgewinnung zu uns passt. Aber darüber hinaus ticken wir insgesamt sehr ähnlich: Wir denken nicht nur an technische Aspekte, sondern immer auch an gesellschaftliche Verbesserungen.“

Das OKH als lebendiger Raum für Ideen

Andreas Krenn ist selbst ehrenamtlich im OKH aktiv und kennt den Ort nicht nur aus der Perspektive eines Sponsors.

„Das OKH ist ein sehr lebendiger Raum. Die unterschiedlichsten Leute treffen sich dort, der Raum brodelt vor Energie“, sagt Krenn. „Es entstehen viele neue Ideen, die in Eigeninitiative umgesetzt werden können, weil Raum zur Verfügung steht.“

Dieser Raum ist für das OKH zentral. Das Haus versteht Kultur nicht nur als Bühne für fertige Programme, sondern als Experimentierfeld. Menschen mit Ideen sollen hier andocken, ausprobieren, sich vernetzen und etwas entwickeln können.

„Wir denken Kultur sehr breit und nicht nur in Events“, sagt Jolanda de Wit. „Wir setzen uns mit der Gesellschaft auseinander und fragen: Wie wollen wir leben? Wie soll unsere Zukunft aussehen? Das OKH ist ein Experimentierraum, in dem wir Dinge ausprobieren.“

Dass dieser Zugang gut zur Energiewerkstatt passt, zeigt sich auch in der Geschichte des Hauses. Schon die Nachnutzung des ehemaligen Krankenhauses ist ein Nachhaltigkeitsprojekt für sich: Ein bestehendes Gebäude wurde nicht aufgegeben, sondern schrittweise saniert, weitergenutzt und mit neuem Leben gefüllt. Neue Fenster, eine Photovoltaikanlage, energiesparende Maßnahmen und eine vielfältige Nutzung machen das OKH zu einem Beispiel dafür, wie Bestand sinnvoll weiterentwickelt werden kann.

Green Event ist im OKH kein Zusatz

Das OKH Open Air wird als Green Event umgesetzt. Dabei geht es nicht um einzelne Symbolmaßnahmen, sondern um ein durchdachtes Gesamtkonzept. Seit mehr als zehn Jahren richtet das OKH seine Veranstaltungen nach Green-Event-Kriterien aus. Das betrifft nicht nur das Open Air, sondern auch die hauseigenen Veranstaltungen im Jahresverlauf.

Klimafreundliche Anreise, Mehrwegbecher, regionale und biologische Angebote, fleischfreie Speisen, Abfallvermeidung, Mülltrennung, Recyclingpapier, barrierefreie Zugänglichkeit und ermäßigte Tickets gehören im OKH nicht erst seit gestern dazu. Auch Veranstalter:innen, die Räume im Haus mieten, erhalten konkrete Hilfestellungen dabei, ihr Event klimafreundlich umzusetzen.

Sonnenstrom vom Dach und Energie für das Areal

Besonders sichtbar wird der gemeinsame Nachhaltigkeitsgedanke bei den Energieprojekten am OKH-Areal. Seit Mitte Jänner 2025 erzeugt eine Photovoltaikanlage am Dach des Hauses umweltfreundlichen Strom.

Damit endet die Entwicklung aber nicht. Künftig soll überschüssiger Strom im Rahmen einer gemeinschaftlichen Erzeugeranlage an weitere Einrichtungen am Areal weitergegeben werden, darunter ein Jugendzentrum und Hortcontainer der Stadtgemeinde. So wird das OKH nicht nur Kulturort, sondern auch Teil einer lokalen Energielösung.

Auch die Partnerschaft mit der Energiewerkstatt zeigt sich in konkreten Maßnahmen vor Ort. So wurden am OKH öffentlich zugängliche E-Ladestationen mit Unterstützung der Energiewerkstatt finanziert. Sie stehen nicht nur Besucher:innen des Hauses, sondern allen Menschen am Areal zur Verfügung.

Ein Festivalwochenende mitten in der Stadt

Das OKH Open Air ist das größte Event im OKH-Jahresverlauf. Was es besonders macht, ist nicht nur das Programm, sondern auch die Atmosphäre: mehrere Tage Kultur mitten in der Stadt, zentral erreichbar, getragen von Menschen, die das Haus kennen und gestalten.

„Ich glaube, man merkt schnell, dass hinter der Veranstaltung ein gemeinnütziger Verein und kein Unternehmen mit Profitdruck steckt“, sagt Jolanda de Wit. „Es geht um eine gute Zeit, gute Musik, Literatur und eine kurze Auszeit. Ein Stück weit soll es sich auch wie Urlaub mitten in der Stadt anfühlen.“

Warum regionale Partnerschaften wichtig sind

Die Kooperation zwischen Energiewerkstatt und OKH ist eine längerfristige Partnerschaft zwischen zwei Vereinen, die eine gute Zukunft ermöglichen wollen: die Energiewerkstatt über erneuerbare Energie und nachhaltige Technologien, das OKH über Kultur, Teilhabe, Ehrenamt und klimabewusste Veranstaltungsorganisation.